Ausgewählte wissenschaftliche Quellen
1. Zozulia AA, Neznamov GG, Siuniakov TS, et al. Efficacy and possible mechanisms of action of a new peptide anxiolytic Selank in the therapy of generalized anxiety disorders and neurasthenia. Zh Nevrol Psikhiatr Im S S Korsakova. 2008;108(4):38–48.
Randomisierte kontrollierte Vergleichsstudie mit 62 Patienten mit generalisierter Angststörung oder Neurasthenie. 30 Patienten erhielten Selank und 32 Medazepam. Die Studie untersuchte psychometrische Endpunkte sowie Veränderungen der Enkephalinaktivität und stellt eine der zentralen frühen Humanstudien zu Selank dar.
PubMed – PMID 18454096
2. Medvedev VE, Tereshchenko ON, Israelian AIu, et al. A comparison of the anxiolytic effect and tolerability of Selank and phenazepam in the treatment of anxiety disorders. Zh Nevrol Psikhiatr Im S S Korsakova. 2014;114(7):17–22.
Klinische Vergleichsstudie mit 60 Patienten mit Angst-, phobischen und somatoformen Störungen. Untersucht wurden anxiolytische Effekte und Verträglichkeit von Selank im Vergleich zu Phenazepam. Die Studie liefert direkte Human-Evidenz zu angstbezogenen klinischen Endpunkten, ist jedoch nicht als placebokontrollierte Studie einzuordnen.
PubMed – PMID 25176261
3. Medvedev VE, Tereshchenko ON, Kost NV, et al. Optimization of the treatment of anxiety disorders with Selank. Zh Nevrol Psikhiatr Im S S Korsakova. 2015;115(6):33–40.
Vergleichende klinische Studie mit insgesamt 70 Patienten. 30 Patienten erhielten Phenazepam als Monotherapie und 40 eine Kombination aus Selank und Phenazepam. Relevant für die Untersuchung einer möglichen Add-on-Wirkung und der Verträglichkeit; Selank wurde hier jedoch nicht als isolierte Monotherapie gegen Placebo geprüft.
PubMed – PMID 26356395
DOI: 10.17116/jnevro20151156133-40
4. Panikratova YaR, Lebedeva IS, Sokolov OYu, et al. Functional Connectomic Approach to Studying Selank and Semax Effects. Doklady Biological Sciences. 2020;490(1):9–11.
Mechanistische Humanstudie mit 52 gesunden Teilnehmern und Resting-State-fMRI. Untersucht wurden kurzfristige Veränderungen der funktionellen Hirnkonnektivität vor sowie 5 und 20 Minuten nach Selank, Semax oder Placebo. Relevant für die Erforschung neuronaler Netzwerkmechanismen, nicht als klinischer Wirksamkeitsnachweis.
PubMed – PMID 32342318
DOI: 10.1134/S001249662001007X
5. Uchakina ON, Uchakin PN, Miasoedov NF, et al. Immunomodulatory effects of Selank in patients with anxiety-asthenic disorders. Zh Nevrol Psikhiatr Im S S Korsakova. 2008;108(5):71–75.
Human- und In-vitro-Untersuchungen zu immunologischen Effekten von Selank. In vitro wurden unter anderem IL-6-bezogene Veränderungen in kultivierten peripheren Blutzellen untersucht; bei Patienten mit generalisierter Angststörung und Neurasthenie wurden nach 14-tägiger Selank-Exposition Veränderungen der Th1/Th2-Zytokinbalance im Serum beschrieben. Die Arbeit ist für die immunologische Forschungslinie relevant, liefert jedoch keinen eigenständigen klinischen Wirksamkeitsnachweis.
PubMed – PMID 18577961
6. Volkova A, Shadrina M, Kolomin T, et al. Selank Administration Affects the Expression of Some Genes Involved in GABAergic Neurotransmission. Frontiers in Pharmacology. 2016;7:31.
Präklinische Rattenstudie zur Expression von 84 Genen, die an GABAerger Signalübertragung und weiteren Neurotransmissionsprozessen beteiligt sind. Nach Selank- beziehungsweise GABA-Gabe wurden zeitabhängige Veränderungen der Genexpression im frontalen Cortex untersucht. Die Arbeit unterstützt einen möglichen Zusammenhang zwischen Selank und der Regulation des GABAergen Systems, stellt jedoch keine Humanstudie dar.
PubMed – PMID 26924987
DOI: 10.3389/fphar.2016.00031
7. Vyunova TV, Andreeva L, Shevchenko K, Myasoedov N. Peptide-based Anxiolytics: The Molecular Aspects of Heptapeptide Selank Biological Activity. Protein & Peptide Letters. 2018;25(10):914–923.
Mechanistische Arbeit zur möglichen molekularen Grundlage der Selank-Wirkung. Mithilfe von Radioliganden-Rezeptor-Analysen wurde unter anderem die Beeinflussung der GABA-Bindung untersucht. Die Ergebnisse unterstützen die Hypothese einer konzentrationsabhängigen allosterischen Modulation des GABAergen Systems; sie sind mechanistische und keine klinische Wirksamkeitsevidenz.
PubMed – PMID 30255741
DOI: 10.2174/0929866525666180925144642
8. Kolik LG, Nadorova AV, Antipova TA, Kruglov SV, Kudrin VS, Durnev AD. Selank, Peptide Analogue of Tuftsin, Protects Against Ethanol-Induced Memory Impairment by Regulating of BDNF Content in the Hippocampus and Prefrontal Cortex in Rats. Bulletin of Experimental Biology and Medicine. 2019;167(5):641–644.
Präklinische Rattenstudie zu chronischer Ethanolexposition, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsparametern sowie BDNF im Hippocampus und frontalen Cortex. Die Ergebnisse sind für mögliche neurotrophe Mechanismen von Selank relevant, lassen sich jedoch nicht unmittelbar auf klinische Effekte beim Menschen übertragen.
PubMed – PMID 31625062
DOI: 10.1007/s10517-019-04588-9
9. Konstantinopolsky MA, Chernyakova IV, Kolik LG. Selank, a Peptide Analog of Tuftsin, Attenuates Aversive Signs of Morphine Withdrawal in Rats. Bulletin of Experimental Biology and Medicine. 2022;173(6):730–733.
Präklinische Arbeit in einem Rattenmodell des Naloxon-ausgelösten Morphinentzugs. Selank wurde hinsichtlich verschiedener Entzugszeichen untersucht und mit Diazepam als aktiver Kontrolle verglichen. Die Studie zeigt, dass diese Forschungslinie bislang tierexperimentell ist und keinen Humanbeleg für den Einsatz bei Opioidentzug darstellt.
PubMed – PMID 36322304
DOI: 10.1007/s10517-022-05624-x
10. U.S. Food and Drug Administration. Certain Bulk Drug Substances for Use in Compounding that May Present Significant Safety Risks.
Aktuelle behördliche Sicherheitsquelle zu Selank-Acetat (TP-7). Die FDA weist darauf hin, dass Compounding-Produkte mit Selank-Acetat bei bestimmten Verabreichungswegen aufgrund möglicher Aggregation und peptidbezogener Verunreinigungen ein Immunogenitätsrisiko darstellen können. Zugleich erklärt die Behörde, dass wichtige Informationen zu möglichen Sicherheitsproblemen bei der Anwendung von Selank-Acetat am Menschen fehlen.
FDA – Compounding Safety Risks