Epitalon vs. DSIP: Schlaf, Melatonin & Forschung

Von PROTOCOL CXX Research Team Veröffentlicht 30.08.2026 Aktualisiert 31.08.2026 14 Min. Lesezeit
KURZANTWORT

Epitalon und DSIP werden beide mit Schlaf- und Circadian-Forschung verbunden, sind wissenschaftlich aber völlig unterschiedliche Peptide. Epitalon, auch Epithalon genannt, ist das Tetrapeptid AEDG und wurde vor allem im Zusammenhang mit Telomerase, Telomeren, Melatonin und zirkadianer Genexpression untersucht. DSIP ist ein Nonapeptid mit der Sequenz WAGGDASGE und besitzt ältere direkte Humanstudien zu Schlafparametern und EEG. Eine belastbare klinische Rangfolge, welches Peptid „besser“ für Schlaf ist, lässt sich aus der vorhandenen Evidenz nicht ableiten

Dieser Beitrag dient der sachlichen Einordnung im Forschungs- und Analysekontext. Die beschriebenen Research Peptide sind nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier vorgesehen.

Epitalon vs. DSIP – der Unterschied in 60 Sekunden

Epitalon und DSIP überschneiden sich thematisch beim Schlaf, aber nicht in ihrer molekularen Identität oder ihrem primären Forschungsprofil.

Merkmal Epitalon DSIP
Alternativer Name Epithalon Delta Sleep-Inducing Peptide / Emideltide
Peptidlänge 4 Aminosäuren 9 Aminosäuren
Sequenz AEDG WAGGDASGE
Molekülklasse Tetrapeptid Nonapeptid
Bekanntestes Forschungsfeld Telomerase, Telomere, Zellalterung Schlaf, Schlafarchitektur, EEG
Humaner Schlafbezug Melatoninmetabolit und zirkadiane Genexpression Direkte ältere Schlaf- und Polysomnographie-Studien
Telomerase-Forschung Ja, insbesondere Zellkultur Kein zentrales Forschungsfeld
Nachgewiesene klinische Insomnie-Wirkung Nein Nicht belastbar etabliert
FDA-zugelassen Nein Nein

Der wichtigste Unterschied ist damit nicht, dass eines der beiden Peptide grundsätzlich ein „Schlafpeptid“ und das andere keines wäre. Entscheidend ist, welche Art von Forschung jeweils existiert.

Epitalon besitzt einen indirekten Schlafbezug über Pineal-, Melatonin- und Circadian-Forschung. DSIP wurde dagegen historisch unmittelbar anhand von Schlafparametern untersucht.

Was ist Epitalon?

Epitalon, häufig auch Epithalon geschrieben, ist ein synthetisches Tetrapeptid aus Ala-Glu-Asp-Gly mit der Kurzsequenz AEDG.

Bekannt wurde Epitalon vor allem durch Forschung zu Telomerase, Telomerlänge, Zellalterung sowie zur Pineal- und Melatoninbiologie.

Die berühmtesten Telomerbefunde stammen aus Zellkultur. In humanen Fibroblasten wurden nach Epitalon erhöhte Telomeraseaktivität und verlängerte Telomere beschrieben. Eine neuere Arbeit aus dem Jahr 2025 beobachtete entsprechende Veränderungen erneut in mehreren humanen Zelllinien.

Das ist jedoch nicht mit einer klinischen Telomerverlängerung beim Menschen gleichzusetzen.

Die ausführliche Evidenzanalyse befindet sich unter Epitalon & Telomerase: Was die Forschung zu Telomeren und Longevity wirklich zeigt.

Die technische Research-Entity ist unter Epitalon Peptid beschrieben.

Was ist DSIP?

DSIP steht für Delta Sleep-Inducing Peptide und bezeichnet ein Nonapeptid aus neun Aminosäuren mit der Sequenz WAGGDASGE.

Die Substanz wird in aktuellen FDA-Unterlagen auch unter dem Namen Emideltide geführt.

Anders als bei Epitalon entstand ein wesentlicher Teil des Forschungsinteresses direkt aus Untersuchungen zu Schlaf und Schlafarchitektur. Bereits in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren wurden kleine Humanstudien durchgeführt, in denen unter anderem Schlaflatenz, Schlafdauer, Schlafeffizienz und polysomnographische Parameter untersucht wurden.

Die Ergebnisse waren allerdings nicht einheitlich.

Einzelne Studien berichteten Veränderungen bestimmter Schlafparameter, während andere kontrollierte Untersuchungen keinen konsistenten Vorteil gegenüber Placebo fanden. Genau deshalb sollte der ausgeschriebene Name „Delta Sleep-Inducing Peptide“ nicht als Beweis einer klinisch bestätigten Schlafwirkung verstanden werden.

Die vollständige DSIP-Evidenz wird separat unter DSIP Wirkung und Schlafforschung eingeordnet.

Technische Moleküldaten befinden sich auf der DSIP Produktseite.

Warum werden beide mit Schlaf in Verbindung gebracht?

Epitalon und DSIP gelangen über zwei unterschiedliche Forschungspfade zum selben übergeordneten Thema: Schlaf und zirkadiane Regulation.

Bei Epitalon verläuft dieser Pfad hauptsächlich über die Zirbeldrüse, Melatonin und zirkadiane Genexpression.

Bei DSIP verläuft er historisch direkter über experimentelle Schlafmessungen, EEG beziehungsweise Polysomnographie und Veränderungen einzelner Schlafparameter.

Das ist ein entscheidender Unterschied.

Ein Biomarker der Circadian Biology ist nicht dasselbe wie ein gemessener Schlafparameter.

Umgekehrt ist ein veränderter Schlafparameter in einer kleinen Studie noch kein Beweis für eine verlässliche klinische Behandlung von Insomnie.

Die gemeinsame Zuordnung zum Thema „Schlafpeptide“ darf deshalb nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Evidenz beider Moleküle unterschiedliche Fragen beantwortet.

Epitalon und Melatonin – was wurde tatsächlich untersucht?

Bei Epitalon existiert eine kleine Humanstudie, in der ein Melatoninmetabolit und mehrere zirkadiane Gene untersucht wurden – nicht die klinische Schlafqualität.

In der Studie wurden Frauen mittleren Alters mit überwiegender Nachtarbeit untersucht. Ein Teil der Teilnehmerinnen zeigte eine reduzierte Ausscheidung von 6-Sulfatoxymelatonin, kurz 6-SMT.

Innerhalb dieser Gruppe wurden Placebo und AEDG beziehungsweise Epitalon verglichen.

Die Autoren berichteten nach Epitalon einen Anstieg von 6-SMT und Veränderungen in der Expression zirkadianer Gene, darunter Clock, Csnk1e und Cry2.

Für die Interpretation ist jedoch entscheidend:

Die Studie untersuchte keine klinischen Insomnie-Endpunkte.

Es wurden keine belastbaren Aussagen dazu erhoben, ob Menschen schneller einschliefen, länger schliefen, weniger häufig aufwachten oder eine verbesserte Schlafarchitektur entwickelten.

Deshalb kann aus einem erhöhten Melatoninmetaboliten nicht automatisch eine nachgewiesene Verbesserung des Schlafs abgeleitet werden.

DSIP und Schlafarchitektur – was zeigen die Humanstudien?

DSIP besitzt ältere direkte Humanstudien zu Schlafparametern, die Ergebnisse sind jedoch klein, heterogen und teilweise widersprüchlich.

Eine frühe doppelblinde Cross-over-Untersuchung mit sechs gesunden Probanden berichtete nach DSIP Veränderungen des Schlafverhaltens und einzelner nächtlicher Schlafparameter.

Spätere Arbeiten untersuchten auch Menschen mit chronischer Insomnie.

Besonders relevant ist eine doppelblinde Studie mit 16 Personen aus dem Jahr 1992. Dort wurden objektive Schlafparameter mittels Polysomnographie und subjektive Schlafqualität erfasst.

Die Autoren beobachteten unter anderem eine höhere Schlafeffizienz und eine kürzere Einschlaflatenz im Vergleich zu Placebo.

Das Gesamtbild war jedoch deutlich weniger überzeugend, als diese beiden Ergebnisse allein vermuten lassen.

Andere Schlafparameter veränderten sich nicht konsistent. Die Autoren selbst kamen zu dem Schluss, dass die statistisch signifikanten Effekte schwach waren und teilweise durch Veränderungen in der Placebogruppe erklärt werden könnten. Eine wesentliche therapeutische Bedeutung für die kurzfristige Behandlung chronischer Insomnie hielten sie deshalb für unwahrscheinlich.

Auch die FDA kam bei ihrer Neubewertung 2026 zu einer vorsichtigen Schlussfolgerung: Einige ältere Arbeiten deuten auf kurzfristige Veränderungen gestörten Schlafs hin, die Ergebnisse seien jedoch insgesamt inkonsistent und bestenfalls vorläufig.

Welches Peptid besitzt die stärkere Human-Schlafforschung?

DSIP besitzt die direktere Human-Schlafforschung. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine klinische Wirksamkeit überzeugend bewiesen wäre.

Der Unterschied lässt sich am einfachsten über die untersuchten Endpunkte verstehen.

Forschungsfrage Epitalon DSIP
Melatoninmetabolit beim Menschen Untersucht Nicht zentraler Humanendpunkt
Clock-Genexpression beim Menschen Untersucht Nicht zentraler Humanendpunkt
Polysomnographie Keine belastbare Insomnie-Studie identifiziert Historische Humanstudien vorhanden
Schlaflatenz Nicht klinisch untersucht In kleinen Studien untersucht
Schlafeffizienz Nicht klinisch untersucht In kleinen Studien untersucht
Überzeugender klinischer Insomnie-Nachweis Nein Nein

DSIP ist damit näher an klassischer Schlafstudienforschung.

Epitalon ist näher an der Forschung zu Circadian Biology und Melatonin-Biomarkern.

Diese unterschiedlichen Evidenztypen lassen sich nicht sinnvoll in eine einfache Rangliste umwandeln.

Welches Peptid wird stärker für Longevity untersucht?

Epitalon besitzt deutlich stärkere Verbindungen zur experimentellen Longevity- und Alterungsforschung als DSIP.

Das liegt insbesondere an Studien zu:

  • Telomeraseaktivität,
  • Telomerlänge,
  • Zellalterung,
  • Tierlebensspanne,
  • Pineal- und Melatoninbiologie.

DSIP besitzt dagegen keine vergleichbare Telomerase- oder Telomerforschung als zentrales wissenschaftliches Narrativ.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Epitalon beim Menschen nachweislich die Lebensdauer verlängert.

Die bekannten Telomerbefunde stammen bislang aus Zellkultur. Auch die Tierdaten zur Lebensspanne sind heterogen. In der bekannten Mausstudie von 2003 wurde beispielsweise die mittlere Lebensspanne nicht erhöht, obwohl bestimmte Parameter des maximalen beziehungsweise späten Überlebens verändert waren.

„Stärker für Longevity untersucht“ bedeutet deshalb nicht „klinisch als Longevity-Intervention bewiesen“.

Hat DSIP etwas mit Telomerase zu tun?

Telomerase gehört nicht zum etablierten Kern der DSIP-Forschung.

DSIP wird historisch vor allem mit Schlaf, neuroendokrinen Parametern und Stressregulation in Verbindung gebracht.

Die bekannte Verbindung zwischen einem kurzen Peptid und erhöhter Telomeraseaktivität stammt im Vergleich vor allem aus der Epitalon-Forschung.

DSIP sollte deshalb nicht allein aufgrund seiner gelegentlichen Einordnung in Longevity- oder Biohacking-Communitys nachträglich zu einem „Telomer-Peptid“ gemacht werden.

Sind Epitalon und DSIP strukturell verwandt?

Nein. Epitalon und DSIP sind keine Analoga und besitzen deutlich unterschiedliche Sequenzen.

Epitalon besteht aus vier Aminosäuren:

AEDG – Ala-Glu-Asp-Gly

DSIP besteht aus neun Aminosäuren:

WAGGDASGE – Trp-Ala-Gly-Gly-Asp-Ala-Ser-Gly-Glu

Die Tatsache, dass beide relativ kurze Peptide sind und beide im Zusammenhang mit Schlaf diskutiert werden, stellt keine strukturelle Verwandtschaft her.

Auch ein gemeinsamer validierter Rezeptor ist nicht etabliert.

Haben Epitalon und DSIP denselben Rezeptor?

Für Epitalon und DSIP ist kein gemeinsamer, klar validierter Rezeptor etabliert.

Gerade bei DSIP ist der genaue Wirkmechanismus historisch nicht abschließend geklärt. Auch Epitalon lässt sich nicht sinnvoll als klassischer Ligand eines einzelnen etablierten „Epitalon-Rezeptors“ beschreiben.

Deshalb wäre eine Erklärung wie:

„Beide wirken auf denselben Schlafrezeptor“

wissenschaftlich nicht gerechtfertigt.

Die Überschneidung liegt auf der Ebene des Forschungsgebiets, nicht bei einer belegten gemeinsamen Rezeptor-Pharmakologie.

Kann man Epitalon und DSIP kombinieren?

Eine klinisch bestätigte Synergie zwischen Epitalon und DSIP ist nicht etabliert.

Beide Peptide werden in Online-Communitys und kommerziellen Inhalten teilweise gemeinsam diskutiert, weil Epitalon eher mit Circadian-, Pineal- und Melatoninforschung und DSIP eher mit direkten Schlafparametern verbunden wird.

Aus dieser thematischen Ergänzung entsteht schnell die Idee einer Kombination.

Das ist jedoch zunächst nur eine Hypothese.

In der für diesen Vergleich geprüften Literatur wurde keine kontrollierte Humanstudie identifiziert, die Epitalon und DSIP gemeinsam untersuchte und eine additive oder synergistische Schlafwirkung belegte.

Ebenso liefert eine theoretisch unterschiedliche Forschungsrichtung keinen automatischen Beweis dafür, dass sich zwei Substanzen sinnvoll ergänzen oder dass eine Kombination sicherer oder wirksamer wäre.

Community-Stacking ist keine klinische Synergie-Evidenz.

Gibt es eine direkte Epitalon-vs.-DSIP-Studie?

Eine direkte Head-to-Head-Studie zwischen Epitalon und DSIP wurde in der für diesen Artikel geprüften Literatur nicht identifiziert.

Damit fehlen kontrollierte Daten, in denen beide Peptide unter denselben Bedingungen miteinander verglichen wurden.

Es gibt insbesondere keine belastbare Studie, die beantworten würde:

  • welches Peptid Schlaf stärker beeinflusst,
  • welches schneller wirkt,
  • welches einen bestimmten Schlafparameter stärker verändert,
  • welches langfristig sicherer ist,
  • oder ob eine Kombination einen Vorteil besitzt.

Jede direkte Rangfolge müsste daher Daten aus unterschiedlichen Studien, Populationen, Jahrzehnten und Endpunkten miteinander vergleichen.

Das wäre methodisch deutlich schwächer als eine echte Head-to-Head-Untersuchung.

Welches ist „besser“ für Schlaf?

Die vorhandenen Studien erlauben keine belastbare klinische Siegerentscheidung zwischen Epitalon und DSIP.

Wer nur die Art der Evidenz betrachtet, hat DSIP den direkteren Bezug zur Schlafmessung beim Menschen.

Es existieren ältere Humanstudien mit Polysomnographie und Parametern wie Einschlaflatenz oder Schlafeffizienz.

Die Ergebnisse sind jedoch klein und inkonsistent. Die FDA bewertete sie 2026 als nicht ausreichend, um eine verlässliche Wirksamkeit bei chronischer Insomnie festzustellen.

Epitalon besitzt dagegen keine vergleichbare direkte klinische Insomnie-Evidenz. Die Humanarbeit zu Melatonin und Circadian Biology untersuchte einen Melatoninmetaboliten und Genexpression, nicht tatsächliche Schlaf-Outcomes.

Die korrekte Zusammenfassung lautet deshalb:

DSIP besitzt direktere Human-Schlafdaten, Epitalon besitzt interessantere Human-Biomarkerdaten zur Melatonin- und Circadian-Achse. Für keines der beiden ist daraus eine robuste klinische Insomnie-Wirksamkeit etabliert.

Regulatorischer Vergleich 2026

Epitalon und DSIP wurden im Juli 2026 im selben FDA-PCAC-Verfahren diskutiert – mit unterschiedlichen Empfehlungen des Beratungsgremiums.

Die FDA bewertete dabei:

  • Epitalon free base und Epitalon acetate im Zusammenhang mit Insomnie,
  • Emideltide free base und Emideltide acetate im Zusammenhang mit chronischer Insomnie, Narcolepsie und Opioidentzug.

FDA Staff kam für beide Substanzgruppen zu einer negativen Empfehlung hinsichtlich der Aufnahme auf die 503A Bulks List.

Bei Epitalon argumentierte die Behörde unter anderem, dass keine Studien zur Behandlung von Patienten mit Insomnie identifiziert wurden und dass die vorhandenen Humaninformationen zu Melatoninmetaboliten keine klinischen Schlaf-Outcomes lieferten.

Bei Emideltide beziehungsweise DSIP erkannte die FDA zwar historische direkte Human-Schlafstudien an, bewertete deren Ergebnisse aber als inkonsistent, vorläufig und nicht ausreichend für eine belastbare Wirksamkeitsbeurteilung.

Das externe Pharmacy Compounding Advisory Committee kam anschließend bei den beiden Peptiden zu unterschiedlichen Empfehlungen:

Substanz FDA-Staff-Position PCAC-Empfehlung 2026
Epitalon gegen Aufnahme mehrheitlich für Aufnahme empfohlen
Emideltide / DSIP gegen Aufnahme nicht zur Aufnahme empfohlen

Diese regulatorische Differenz sollte nicht als Wirksamkeitsranking interpretiert werden.

PCAC-Empfehlung bedeutet nicht FDA-Zulassung.

Der 503A-Prozess betrifft die Frage, welche Bulk Drug Substances unter bestimmten Voraussetzungen für Compounding verwendet werden dürfen. Er ist kein Ersatz für das klassische Arzneimittelzulassungsverfahren.

Weder Epitalon noch DSIP ist dadurch ein FDA-zugelassenes Arzneimittel.

Epitalon oder DSIP – was zeigt der wissenschaftliche Vergleich wirklich?

Auf den ersten Blick wirkt der Vergleich simpel:

Epitalon wird häufig mit Longevity und Melatonin verbunden.

DSIP trägt den Schlaf sogar im Namen.

Wissenschaftlich ist die Situation deutlich interessanter.

DSIP besitzt die direktere historische Humanforschung zu Schlaf und Schlafarchitektur. Das macht seine Evidenz konkreter, aber nicht automatisch stärker. Kleine Stichproben, alte Studiendesigns und widersprüchliche Ergebnisse begrenzen die Aussagekraft erheblich.

Epitalon besitzt dagegen keinen überzeugenden klinischen Schlafnachweis. Seine Verbindung zum Schlaf entsteht vor allem über Melatoninmetabolite, zirkadiane Genexpression und die Pineal-Forschung.

Dafür reicht das Forschungsprofil von Epitalon weit über Schlaf hinaus: Telomerase, Telomere und experimentelle Gerontologie spielen bei DSIP keine vergleichbare Rolle.

Damit beantworten beide Peptide unterschiedliche wissenschaftliche Fragen.

DSIP ist im Vergleich näher an direkter Schlafmessung. Epitalon ist näher an Circadian- und Longevity-Biologie. Eine klinische Rangfolge zwischen beiden lässt sich daraus nicht ableiten.

Weitere Details zu Epitalon befinden sich unter Epitalon Telomerase & Wirkung, Epitalon Nebenwirkungen & Sicherheit und Epitalon Erfahrungen.

Für DSIP folgen die vertiefenden Einordnungen unter DSIP Wirkung, DSIP Nebenwirkungen & Risiken und DSIP Erfahrungen.

Häufige Fragen zu Epitalon vs. DSIP

Sind Epitalon und DSIP ähnliche Peptide?

Nur auf einer sehr allgemeinen Ebene. Beide sind kurze Peptide und werden mit Schlaf beziehungsweise zirkadianer Forschung verbunden. Molekular sind sie jedoch unterschiedliche Entities: Epitalon ist das Tetrapeptid AEDG, DSIP das Nonapeptid WAGGDASGE.

Warum werden beide mit Schlaf verbunden?

Bei Epitalon entsteht die Verbindung vor allem über Pineal-, Melatonin- und Clock-Gen-Forschung. DSIP wurde dagegen historisch direkt anhand von Schlafparametern und polysomnographischen Messungen untersucht.

Welches besitzt direkte Schlafstudien am Menschen?

DSIP besitzt die direkteren Human-Schlafstudien. Dabei wurden unter anderem Schlaflatenz, Schlafeffizienz und polysomnographische Parameter untersucht. Die Ergebnisse waren jedoch klein und teilweise widersprüchlich.

Welches wurde mit Melatonin untersucht?

Epitalon beziehungsweise AEDG wurde in einer kleinen Humanstudie im Zusammenhang mit dem Melatoninmetaboliten 6-Sulfatoxymelatonin und zirkadianer Genexpression untersucht. Die Studie maß jedoch keine klinische Verbesserung von Insomnie.

Welches wurde mit Telomerase untersucht?

Epitalon. In humanen Zellkulturen wurden erhöhte Telomeraseaktivität und Telomerverlängerung beschrieben. Für DSIP gehört Telomerase nicht zum etablierten Kern der Forschung.

Ist Epitalon besser für Longevity erforscht?

Epitalon besitzt deutlich mehr Forschung zu klassischen Longevity-Themen wie Telomeren, Telomerase, Zellalterung und Tierlebensspanne. Eine verlängerte menschliche Lebensdauer durch Epitalon wurde daraus jedoch nicht klinisch nachgewiesen.

Gibt es eine direkte Epitalon-vs.-DSIP-Studie?

In der für diesen Artikel geprüften Literatur wurde keine kontrollierte Head-to-Head-Studie identifiziert, in der Epitalon und DSIP direkt miteinander verglichen wurden.

Ist eine Kombination wissenschaftlich untersucht?

Eine kontrollierte Studie, die eine klinische Synergie der Kombination Epitalon plus DSIP belegt, wurde nicht identifiziert. Gemeinsame Verwendung in Communitys ist kein Nachweis einer additiven oder synergistischen Wirkung.

Haben beide denselben Rezeptor?

Ein gemeinsamer validierter Rezeptor für Epitalon und DSIP ist nicht etabliert. Die beiden Peptide sollten deshalb nicht als Analoga oder als Wirkstoffe desselben klar definierten Rezeptorsystems dargestellt werden.

Warum bewertet die FDA beide unterschiedlich?

Die FDA bewertet jede Bulk Drug Substance anhand mehrerer Kriterien, darunter chemische Charakterisierung, Sicherheit, verfügbare Wirksamkeitsevidenz und historische Verwendung im Compounding. Unterschiedliche Forschungsdaten und Datenlücken können deshalb zu unterschiedlichen Diskussionen führen. Das spätere PCAC-Votum ist zudem eine unabhängige, nicht bindende Beratungsempfehlung.

Ist eines der beiden FDA-zugelassen?

Nein. Weder Epitalon noch Emideltide beziehungsweise DSIP ist ein FDA-zugelassenes Arzneimittel. Auch eine Empfehlung für die 503A Bulks List wäre keine Arzneimittelzulassung.

Quellen

  1. U.S. Food and Drug Administration. July 23–24, 2026 Meeting of the Pharmacy Compounding Advisory Committee – Emideltide- and Epitalon-Related Bulk Drug Substances. FDA Meeting Materials.
  2. Schneider-Helmert D, Gnirss F, Monnier M, Schenker J, Schoenenberger GA. Acute and delayed effects of DSIP (delta sleep-inducing peptide) on human sleep behavior. Int J Clin Pharmacol Ther Toxicol. 1981;19(8):341–345. PMID: 6895513. PubMed.
  3. Bes F et al. Effects of delta sleep-inducing peptide on sleep of chronic insomniac patients. A double-blind study. 1992. PMID: 1299794. PubMed.
  4. Schneider-Helmert D. DSIP in insomnia. Eur Neurol. 1984;23(5):358–363. PMID: 6391925. DOI: 10.1159/000115714. PubMed.
  5. Ivko OM et al. AEDG Peptide Regulation of the Expression of Human Circadian Rhythm Genes upon Accelerated Aging of the Pineal Gland. Advances in Gerontology. 2021. PMID: 33280326. PubMed.
  6. Khavinson VK, Bondarev IE, Butyugov AA. Epithalon peptide induces telomerase activity and telomere elongation in human somatic cells. Bull Exp Biol Med. 2003;135(6):590–592. PMID: 12937682. PubMed.
  7. Al-Dulaimi S, Thomas R, Matta S, Roberts T. Epitalon increases telomere length in human cell lines through telomerase upregulation or ALT activity. Biogerontology. 2025. PMID: 40908429. PubMed.

```

RESEARCH PRODUCT / PROTOCOL CXX

Epitalon – Produktdaten

Die produktspezifischen Angaben zum Research Peptid sind getrennt vom redaktionellen Wissensartikel auf der Produktseite dokumentiert.

INHALT
10 mg
REINHEIT
≥99 % HPLC
CHARGE / LOT
2026-07-01
VERWENDUNGSZWECK
Research Use Only
AUTOR & AKTUALISIERUNG PROTOCOL CXX Research Team Veröffentlicht 30.08.2026 · Aktualisiert 31.08.2026
REDAKTIONELLER HINWEIS

Unsere Wissensartikel trennen allgemeine redaktionelle Einordnung von produktspezifischen Angaben. Reinheit, Charge, COA und technische Produktdaten werden – sofern vorhanden – direkt am jeweiligen Research Peptid dokumentiert.